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Wer Succession mochte, muss diese Doku sehen
Seit ein paar Wochen läuft auf Netflix „Dynasty: The Murdochs" – eine vierteilige Dokumentation über Rupert Murdoch und den Machtkampf innerhalb seiner Familie um die Kontrolle über eines der einflussreichsten Medienimperien der Welt. Vier Folgen, die sich anfühlen wie die HBO-Serie Succession.
Die Serie basiert auf privaten Dokumenten, E-Mails und Textnachrichten und zeigt, wie Murdoch offenbar versuchte, den Familien-Trust so zu ändern, dass allein sein Sohn Lachlan die Kontrolle über News Corp und Fox News behält – gegen den Willen seiner anderen Kinder. Ein Mann, der über Jahrzehnte ein Imperium aufgebaut hat, das Regierungen beeinflusst und Wahlen mitentscheidet.
Und der am Ende nicht in der Lage ist, seinen eigenen Nachlass zu regeln, ohne seine Familie zu zerstören.
An dem Punkt hat mich die Doku nicht nur als Zuschauer gepackt hat, sondern als Vater. Ich kann verstehen, dass Macht korrumpiert, dass Geld Familien verändert, dass Imperien ihre eigene Logik entwickeln. Was ich nicht verstehen kann – und an dieser Stelle spreche ich tatsächlich nur als jemand, der selbst einen Sohn hat – ist, wie man seine Kinder so konsequent instrumentalisiert und gegeneinander ausspielt. Wie man ein System baut, in dem die eigenen Kinder um die Liebe ihres Vaters konkurrieren müssen, als wäre sie ein knapper Rohstoff. Das ist für mich keine Familienpolitik, das ist emotionaler Raubbau.
Aber die Doku wäre nicht so relevant, wenn es nur um eine dysfunktionale Familie ginge. Was sie so sehenswert macht, ist der größere Zusammenhang: Fox News hat über Jahrzehnte die politische Landschaft der USA mitgeformt – mit einer Mischung aus Meinungsmache, gezielter Emotionalisierung und dem systematischen Verwischen der Grenze zwischen Nachricht und Haltung. Wer die Murdochs versteht, versteht auch, dass das, was heute Algorithmen auf Social Media machen, kein neues Phänomen ist. Die Mechanik ist dieselbe – Empörung als Geschäftsmodell –, nur die Skalierung hat sich verändert. Was ein Familienimperium mit Fernsehsendern und Zeitungen erreicht hat, schaffen Plattformen heute mit jedem einzelnen Nutzer, individuell und rund um die Uhr.
„Dynasty: The Murdochs" ist beides – großartige Unterhaltung und eine Warnung. Darüber, was passiert, wenn Medien nicht der Wahrheit verpflichtet sind, sondern einem Geschäftsmodell. Und darüber, was es mit einer Familie macht, wenn der Patriarch sein Erbe nicht als Verantwortung begreift, sondern als Waffe.
Weiterführende Links:
Time: The True Story Behind 'Dynasty: The Murdochs' — Hintergrundrecherche zur Netflix-Dokumentation – was davon belegt ist, wo die Serie verdichtet und was sie auslässt.
Noch mehr Links:
Eine andere weltbekannten Familie mit einer ganz besonderen Dynamik sind die Trumps: Ivanka war nun zu Gast im Diary of a CEO-Podcast. Selten war ich so ambivalent: Einerseits sprechen wir über Trump und somit in meinen Augen das personifizierte Böse, andererseits habe ich mich mehrfach beim Nicken ertappt.
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