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Über ein Ja zum Nein, Social-Media-Regeln, gesellschaftliche Spaltung und Nähe durch Abstand.
👋 Herzlich willkommen zum Newsletter der Kommunikationsagentur hypr. Hier zeigen wir dir, was uns im Laufe der Woche gefallen, was uns gefehlt hat und was wir gelernt haben. Liked, Lacked, Learned eben.

„Nein“ sagen, ist schwer. (Bild: aitoff)
Es gibt einen Produktivitäts-Hack, der uns allen zur Verfügung steht, nichts kostet und trotzdem der effektivste der Welt ist: das Wort „Nein“.
Ein einziges Wort. Klingt simpel? Ist es aber nicht. Denn so leicht das Konzept auch klingt, so schwer fällt es uns, es konsequent anzuwenden.
Jeden Tag stehen wir vor einer Flut von Anfragen, Aufgaben und Möglichkeiten. Die Versuchung ist groß, möglichst Vieles davon mitzunehmen – niemand will eine gute Gelegenheit verpassen. Doch genau hier liegt das Problem: Wer zu allem „Ja“ sagt, sagt damit unbewusst „Nein“ zu den vielleicht wirklich wichtigen Dingen. Wir können nicht alles schaffen. Das gilt für den beruflichen Alltag genauso wie für unser Privatleben. Um das zu erreichen, was uns wirklich am Herzen liegt, müssen wir Prioritäten setzen – und das geht nur, wenn wir den Mut haben, auch mal „Nein“ zu sagen.
Ein bewusstes „Nein“ ist keine Verweigerungshaltung, sondern eine Form der Selbstführung.
Das Problem: Ein „Nein“ fühlt sich oft wie eine Ablehnung an – sowohl für die Person, die es sagt, als auch für die, die es hört. Niemand möchte Kolleg:innen, Freund:innen oder Familie enttäuschen. Aber ein „Nein“ muss nicht hart oder verletzend sein. Es kommt auf die Art an, wie wir es kommunizieren.
Ein „Trick”, der für mich funktioniert: Ein „Nein“ wird viel besser angenommen, wenn es mit einem „Ja“ für etwas anderes verbunden wird. Das bedeutet nicht, dass wir uns herauswinden oder künstlich nach Alternativen suchen müssen. Vielmehr geht es darum, das Gespräch auf das zu lenken, was wirklich machbar ist:
„Nein, das schaffe ich heute nicht mehr – aber, wenn es Dir wichtig ist, kann ich mir gerne morgen eine halbe Stunde dafür nehmen.“
„Nein, ich kann diese Aufgabe nicht übernehmen – aber vielleicht können wir eine gemeinsame Lösung finden?“
„Nein, das passt für mich gerade nicht – aber ich kenne jemanden, der Dir helfen könnte.“
Ein bewusstes „Nein“ ist keine Verweigerungshaltung, sondern eine Form der Selbstführung. Es schafft Raum für das, was wirklich zählt – für strategische Entscheidungen, für persönliche Entwicklung, für Qualität statt Quantität. Wer überall nur dabei sein will, ist am Ende nirgendwo wirklich präsent.
Dabei geht es nicht nur um Produktivität, sondern auch um Verlässlichkeit. Der Investor und Unternehmer Charlie Munger sagte einmal: „Der größte Wert, den wir als Mensch haben können, ist nicht Genialität, sondern Verlässlichkeit.“ Wer konsequent Prioritäten setzt und nicht leichtfertig Zusagen macht, wird als verlässlich wahrgenommen – und das ist oft wertvoller als jede brillante Idee. Denn was bringt die beste Strategie, wenn sie durch Überforderung nicht umgesetzt wird?
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In Australien ist Social Media erst ab 16 erlaubt. Eine Petition fordert dasselbe für Deutschland. (Bild: ChatGPT)
Sucht, Mobbing, sexuelle Belästigung und vieles mehr: Die Gefahren von Social Media sind wissenschaftlich belegt. Gerade für Kinder und Jugendliche. Was sie online sehen und erleben, ist oft verstörend – so zu lesen zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung. Trotzdem sind soziale Netzwerke im Vergleich zu etwa Alkohol und Zigaretten vergleichsweise lasch reguliert. Es braucht dringend mehr Schutz. Gut, dass sich diese Erkenntnis hierzulande verbreitet. Und gut, dass es diese Petition gibt, die ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung von Social Media fordert.
Lacked. ➖

Fünf Jahre ist die Corona-Pandemie her – und der schale Beigeschmack von gesellschaftlicher Spaltung ist immer noch da. (Bild: Screenshot YouTube)
Der Ausbruch der Corona-Pandemie ist fünf Jahre her. Und damit auch die Anfänge der Querdenker-Bewegung – gesellschaftliche Spaltung inklusive. Ein Interview mit der Psychologin Pauline Boss ordnet diese „Spaltung” gut ein. Die Professorin sagt: Die Pandemie war für Menschen mit binärem Denken (schwarz/weiß, richtig/falsch) schwerer zu verarbeiten. Denn Wissenschaft ist nie binär, sondern basiert immer auf Wahrscheinlichkeit. Wovon wir also als Gesellschaft weniger bräuchten ist absolutes Denken – dann wären wir resilienter in Zeiten, die keine klare Antworten bieten.
Learned. 💡

Weiter weg, um näher dran zu sein – Inspiration braucht Abstand. (Bild: ChatGPT)
Die digitale Versuchung ist groß: schnell Mails checken, kurz in Slack schauen, Nachrichten in WhatsApp – immer dabei, immer im Thema. Doch genau das kann den Blick für Neues verengen. Ein Geistesblitz braucht die Ruhe vor dem Sturm – Zeit zum Sammeln, Reflektieren, das Unterbewusstsein arbeiten lassen. Abstand, ob räumlich, thematisch oder mental, schafft neue Perspektiven. Im Gespräch mit Kreativen in meinem Netzwerk habe ich in den vergangenen Wochen immer neue Herangehensweisen entdeckt: Designer:innen lernen von der Natur, Medienschaffende beobachten das Leben, Künstler:innen reisen für Ideen und Begegnungen. Möglichkeiten gibt es viele. Manchmal muss man eben weiter weg, um näher dran zu sein.
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