Liked. Lacked. Learned.

Laut geworden, überreagiert – und dann?

👋 Herzlich willkommen zum Newsletter der Kommunikationsagentur hypr. Hier zeigen wir dir, was uns im Laufe der Woche gefallen, was uns gefehlt hat und was wir gelernt haben. Liked, Lacked, Learned eben.

Für Sachar ist „Sorry” – ganz im Sinne von Elton John – nicht immer einfach auszusprechen. (Bild: Nick Fewings)

Vergangene Woche gab es in unserer Gruppe eine hitzige Diskussion – und ich habe mich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ich bin laut geworden, war emotional, habe überreagiert. Und auch wenn ich in der Sache nach wie vor überzeugt bin, dass ich richtig lag, war meine Art, wie ich es vertreten habe, unangemessen.

Die ganze Woche über habe ich mich mit einer Frage beschäftigt: Wie gut kann ich eigentlich damit leben, dass ich mich nicht richtig verhalten habe? Die ehrliche Antwort: nicht gut.

Also habe ich mich heute entschuldigt. Ohne ein „Aber“. Ohne Relativierung. Und ich habe versucht, sachlich zu erklären, warum mir die Angelegenheit so wichtig ist.

Es wäre leichter gewesen, einfach Gras über die Sache wachsen zu lassen.

Es war richtig, diesen Schritt zu gehen – und trotzdem hat es mich Überwindung gekostet. Fehler einzugestehen, fühlt sich nie leicht an. Aber meine Kolleg:innen haben es mir einfach gemacht. Ihr direktes Feedback, dass sie es gut fanden, dass ich das Thema noch einmal von mir aus aufgegriffen habe, hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, den inneren Widerstand zu überwinden.

Vielleicht kennt ihr solche Momente auch. Dieses Gefühl, dass sich eine Entschuldigung fast unangenehmer anfühlt als der Fehler selbst. Dass es leichter wäre, einfach Gras über die Sache wachsen zu lassen. Aber ich habe gemerkt: Das funktioniert nicht. Denn die unangenehme Wahrheit bleibt – bis man sich ihr stellt.

Es hat mich daran erinnert, dass Führung nicht nur bedeutet, Verantwortung für Erfolge zu übernehmen, sondern auch für Fehltritte. Und dass eine aufrichtige Entschuldigung oft mehr Vertrauen schafft als makelloses Verhalten.

Sachar wächst an Herausforderungen.

Liked. 🫶

Wer sich Uncivilized offenen Herzens anschaut, denkt danach anders über Migration. (Bild: ZDF)

Slow News statt Breaking News: Diesem Vorsatz gehe ich seit der Bundestagswahl nach, indem ich zum Beispiel mehr Podcasts höre – etwa Piratensender Powerplay von Samira El Ouassil und Friedemann Karig. Über Samiras Empfehlung in einer der aktuellen Folgen kam ich auf die deutsche ZDF-Serie Uncivilized: Sie zeigt in sechs knapp 30-minütigen Folgen, wie Ereignisse von 9/11 bis Ukrainekrieg das Leben (post-)migrantischer Menschen geprägt haben. Brandaktuell, wichtig, dickes Liked!

Mark wünscht sich mehr solcher Langstrecken-Formate.

Lacked.

Überwachung statt Vertrauen: Die Absurdität moderner Kontrolle (Bild: Pexels/Lex Photography)

Diese Woche habe ich einen Artikel über die Absurdität moderner Kontrolle im Homeoffice gelesen – von Mouse Tracking bis zu heimlicher Webcam-Überwachung. Gleichzeitig zeigt die Ivanti-Studie, dass 71 Prozent der Befragten im Homeoffice produktiver arbeiten. Warum also dieser Kontrollwahn? Klare Kommunikation und Vertrauen sollten die Grundpfeiler jeder Arbeitsbeziehung sein. Egal ob Büro oder Home-Office. Wer auf Keylogger statt Erwartungsmanagement setzt, offenbart Führungsschwäche. Zukunftsfähige Modelle basieren auf Ergebnissen, nicht Überwachung.

Lisa fragt sich, was Mausbewegungen über gute Arbeitsleistung aussagen.

Learned. 💡

Im Kopf können sich viele Aufgaben stapeln – ungesehen. (Bild: Pexels/Nothing Ahead)

Jedes Unternehmen hat sie: die “guten Seelen”. Sie denken daran, Seife fürs Büro nachzukaufen oder die Schreibtische am Geburtstag zu dekorieren. Die “guten Seelen” sind oft Seelinnen und an diese "Kleinigkeiten" zu denken, sind sie oft aus dem Privatleben gewöhnt. Das Stichwort ist Mental Load, unsichtbarer gedanklicher Ballast. Und, wie auch im Privaten, wird Mental Load im Job nur selten wertgeschätzt. Was hilft? Neue Narrative empfiehlt: Die Aufgaben dokumentieren und analysieren, um sie dann besser (lies: gerechter) verteilen zu können. Gute Sache, denn so gibt’s auch mehr “gute Seelen”.

Alex hofft auf mehr Sichtbarkeit von Mental Load, auch im Job.

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